Der Padel-Boom
in Zahlen.

Kein Hype-Artikel. Harte Daten aus DPV-Meldungen, Sport-Mordor-Index, DOSB-Erhebungen und Branchen-Reports, zusammengetragen für 2026.

Modernes Padel-Club-Foyer mit mehreren belegten Courts

Padel ist in Deutschland angekommen. Nicht mehr als Nischensport, sondern als Infrastruktur-Thema: Kommunen planen Hallen, Sponsoren springen auf, Tenniscenter konvertieren Plätze. Dieser Artikel zieht die Zahlen zusammen, die das belegen — und die zeigen, wo die Reise hingeht.

1 · Wie viele Spieler gibt es?

Der Deutsche Padel Verband (DPV) schätzt die Zahl aktiver Spieler in Deutschland Anfang 2026 auf rund 250.000. Das ist eine Verfünffachung gegenüber 2021 (ca. 50.000). Die jährliche Wachstumsrate lag in den letzten drei Jahren konstant zwischen 40% und 70%.

Zum Vergleich: Tennis hat in Deutschland etwa 1,4 Mio. organisierte Spieler — immer noch deutlich mehr, aber die Kurve der Neu-Einsteiger im Tennis ist seit Jahrzehnten flach. Bei Padel sind fast alle neu.

2021
50k
2023
130k
2025
200k
2026
250k

2 · Wie viele Anlagen existieren?

Stand Anfang 2026 gibt es in Deutschland rund 120 Padel-Anlagen mit insgesamt etwa 500 Courts. Das sieht nach viel aus, ist aber pro Kopf deutlich unter Spanien (knapp 15.000 Courts für 48 Mio. Einwohner) oder Schweden (ca. 4.500 Courts für 10 Mio. Einwohner).

In Deutschland kommen aktuell ~1.600 Einwohner auf einen Court. In Schweden sind es 2.200, in Spanien 3.200. Das heißt: Deutschland ist nicht weit weg von den „Padel-Ländern" — wir überholen sie gerade beim Courts-Bau-Tempo.

Jährliche Neueröffnungen

Die Anzahl neu eröffneter Anlagen hat sich von 12 (2021) auf 34 (2025) fast verdreifacht. Die Courts-Zahl pro Anlage steigt ebenfalls: Frühe Standorte hatten 2–3 Courts, neue Hallen planen systematisch mit 6–12 Courts.

3 · Die regionale Verteilung

Der deutsche Padel-Markt ist massiv ungleich verteilt. Fünf Ballungsräume halten fast 60% aller Courts:

  • München / Oberbayern: ~90 Courts (u. a. Padel Base, LaLiga, PadelCity)
  • Berlin: ~70 Courts
  • Frankfurt / Rhein-Main: ~60 Courts
  • Köln / Düsseldorf: ~50 Courts
  • Hamburg: ~40 Courts

Die restlichen ~190 Courts sind auf ganz Deutschland verstreut — mit großen Lücken in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, weiten Teilen Ostdeutschlands und der Mittelgebirgsregionen. Genau hier liegt die nächste Welle.

Der deutsche Padel-Markt ist 2026 da, wo der spanische Markt 2015 war: Ballungsräume gesättigt, Provinzen leer — und massiv bereit für Wachstum.

4 · Wer spielt Padel?

Drei Zahlen, die die Zielgruppe definieren:

  • Durchschnittsalter: 39 Jahre (Tennis: 47). Padel zieht eine deutlich jüngere Generation an.
  • Frauenanteil: 42%. Padel hat einen der höchsten Frauenanteile aller Racket-Sportarten — deutlich über Tennis (35%) und weit über Squash (21%).
  • Haushaltsnettoeinkommen: Ø 54.000 €. Die Spieler sind überdurchschnittlich gut verdienend — kaufkräftig, konsumaffin, markenbewusst.

Für Betreiber ist diese Mischung ein Glücksfall: Junge, aktive, kaufkräftige Leute, die bereit sind, 90 Min pro Session für 15–25 € zu buchen. Und — entscheidend — in Gruppen von vier zu bezahlen.

5 · Die ökonomische Perspektive

Eine Indoor-Padel-Halle mit 8 Courts erzielt typischerweise:

  • Auslastung Prime-Time (18–22 Uhr): 80–90% ab Monat 6 nach Eröffnung
  • Auslastung gesamt: 55–70% im Jahresdurchschnitt
  • Court-Preis Prime-Time: 32–40 € / 90 Min
  • Court-Preis Off-Peak: 18–24 € / 90 Min
  • Break-Even: typisch 18–30 Monate nach Eröffnung, abhängig von Grundstückskosten

Zusätzliche Erlösquellen — Mitgliedschaften, Trainings, Turniere, Shop, Gastro — können den Umsatz um 30–50% steigern. Das erklärt, warum Invest-Kapital aktuell aggressiv in den deutschen Padel-Markt drängt.

6 · Prognose 2027–2030

Drei Szenarien auf Basis der europäischen Kurven:

  • Konservativ (analog zum langsamen Schwedischen Pfad): ca. 350.000 aktive Spieler und 900 Courts bis 2030.
  • Erwartet (mittlere Entwicklung): ca. 500.000 Spieler und 1.400 Courts bis 2030 — realistische Zielmarke.
  • Optimistisch (Spanische Dichte): ca. 750.000 Spieler und 2.000 Courts bis 2030.

Wichtig: Die Courts-Infrastruktur ist der Flaschenhals, nicht die Nachfrage. Wer jetzt Courts baut, baut sie nicht „auf Verdacht" — er deckt latente Nachfrage ab, die heute schon existiert.

7 · Was das für Koblenz bedeutet

Koblenz hat im weiteren Umkreis (inkl. Neuwied, Andernach, Lahnstein, Höhr-Grenzhausen) ca. 250.000 Einwohner. Nach dem deutschen Durchschnitt von 1 Court pro 1.600 Einwohner wären also etwa 155 Courts zu erwarten — es gibt aktuell null Indoor und nur eine Handvoll Outdoor-Courts.

Die Lücke ist nicht „wir könnten Marktanteil gewinnen" — die Lücke ist „hier fehlt komplette Infrastruktur für einen Sport, den Zehntausende spielen wollen". Genau dafür bauen wir.

Quellen

DPV Jahresbericht 2025; Sport-Mordor Padel-Index 2024/25; DOSB Bestandserhebung 2025; Sport-Infrastruktur-Report Rheinland-Pfalz 2024; Expertengespräche mit Hallenbetreibern Frankfurt, Köln, München. Zahlen gerundet.

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